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Bernfried Schnell: Aktueller Artikel „Der Cyber Space und die Auswirkungen auf die Gesellschaft“
1. Vorstellung und eigene Grundhaltung
Vor 17 Jahren wurde mir während meines Studiums deutlich bewusst, dass die Computertechnik unsere ganze Gesellschaft revolutionieren und dramatisch verändern würde. Durch den ständigen Arbeit u. Kontakt zu Jugendlichen, über 23 Jahre Jugendarbeit, und das eigene Interesse zur Computertechnik sehe ich die großen Herausforderungen und Möglichkeiten, aber auch die dramatischen Gefahren durch die Perfektionierung der virtuellen Realität. Es geht mir in der Auseinandersetzung mit Computer und deren unterschiedliche Anwendungen nicht um eine grundsätzliche Verteufelung der Technik, sondern um eine kritische Auseinandersetzung mit der virtuellen Unterhaltungsindustrie.
Kinder und Jugendliche gehen völlig unbefangen mit diesen neuen Techniken um. Ein großer Teil der Eltern befassen sich erst gar nicht mehr damit oder sind von ihren Kindern weit abgehängt worden. Für unsere Kinder gibt es kaum noch kompetente Ansprechpartner, die ihnen Gefahren oder Werte vermitteln können und wollen. Der virtuelle Raum gilt fast als ethischer und moralischer Freiraum. Dabei hat es nicht nur den Anschein, dass einige Spielehersteller die Ahnungslosigkeit und Unfähigkeit der Gesellschaft voll ausnutzen.
Ein Aufschrecken und Bewusstwerden über den schon jetzt enorm großen Einfluss und die Gefahren des Virtuellen auf unsere Kinder und unsere Gesellschaft ist nötig. Ohne Begleitung und Hilfe sind sich Kinder und Jugendliche selbst überlassen, mit einer synthetischen Welt konfrontiert, in der alles erlebbar und möglich ist.
Constantin von Barlöwen schreibt in seinem Buch „Der Mensch im Cyber - Space - vom Verlust der Metaphysik und dem Aufbruch in den virtuellen Raum“, Die Virtualität beeinflusst alle Formen des Zusammenlebens. Es entstehen virtuelle Gemeinschaften, virtuelle Unternehmen und Schließlich virtuelle Demokratie.
"Auch wenn schädliche Wirkungen von Mediengewalt nicht pauschal nachweisbar sind - es gibt auf den verschiedenen Ebenen immer noch mehr Hinweise für ein Wirkungsrisiko als für generelle Harmlosigkeit oder gar Nützlichkeit aggressiver Darstellungen.", schreibt der Kommunikationssoziologe Groebel in [Borman94]. Durch den Gebrauch von Virtual Reality werden sich diese Erscheinungen noch verstärken, da der Zuschauer zum Akteur wird. Er hat nicht nur an einer aggressiven Handlung teil, er ist selbst Handelnder. Das gesellschaftliche Problem des Umgangs mit Gewalt weitet sich auf virtuelle Welten aus.
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